FUNDTIERE:


Zuerst einmal müssen Sie unterscheiden, ob es sich um ein Wildtier oder ein Haustier handelt und ob es ein Baby ist oder ein verletztes/krankes Tier.
Außerdem bedarf nicht jedes Wildtier unserer Hilfe, während Haustiere nie draußen leben können. Auch verwilderte Hauskatzen brauchen den Menschen.

Ein krankes oder verletztes Tier gehört umgehend in tierärztliche Behandlung!
Bei Fundtieren kann man auch Polizei und Feuerwehr benachrichtigen - die Zuständigkeiten sind leider oft unklar und nicht selten von persönlicher Einsatzbereitschaft abhängig.
Bei gefundenen Haustieren ist die Gemeinde zuständig, da es sich um "Fundsachen" handelt, meist besteht eine Kooperation mit dem örtlichen Tierheim.
Bei Wildtieren fühlt sich leider seltener jemand zuständig. Wenn man das Wildtier nicht selbst bis zur Gesundung behalten, pflegen und wieder auswildern kann, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt oder an das örtliche Tierheim.

Bringt man das Tier selbst zum Tierarzt, fallen in der Regel für die Behandlung keinerlei Kosten an, außer Sie ziehen das Wildtier bis zu seiner Gesundung privat bei sich auf.
Bei vielen Wildtieren wird es nötig sein, sie einzuschläfern.

Bei Haustieren wird man meist den Tierarzt  bezahlen müssen, denn eine solche Kulanz würde von vielen Leuten mißbraucht.

Wenn man beim behandelnden Tierarzt selbst Stammkunde ist, wird man aber auf Entgegenkommen hoffen dürfen...

Kann der Besitzer des Tieres gefunden werden, muss er sämtliche Kosten erstatten. Findet sich kein Besitzer, bleiben Sie meist auf den Kosten sitzen und müssen uíns Tierheim abgegeben werden.
              

Hat man ein Haustier gefunden, muß man es bei der Polizei und/oder dem Tierheim melden, da es sich offiziell um eine Fundsache handelt. Erst nach 6 Monaten geht das Fundtier ins "Eigentum" des Finders über, wenn er es denn behalten möchte.
Da das Aussetzen von Tieren strafbar ist, sollte man solche Fälle unbedingt der Polizei melden. Manchmal gelingt es, über Microchip oder Tätowierung den Besitzer ausfindig zu machen.
Oft werden die gefundenen Tiere jedoch schmerzlich vermißt und eine Meldung beim Tierheim sollte daher unbedingt erfolgen. Sinnvoll sind auch Aushänge und das Lesen oder Aufgeben von Anzeigen in der Zeitung. Bei Hunden und Katzen kann man ganz schnell beim Tierarzt oder im Tierheim überprüfen lassen, ob das Tier gekennzeichnet ist und dann über ein Tierregister die Besitzer suchen lassen. Viele Tiere finden so sehr schnell wieder in ihr Zuhause.

Will oder kann man das Fundtier nicht selbst versorgen, wird es vom Tierheim oder von Pflegestellen aufgenommen. Da aber unmöglich alle Tiere aufgenommen werden können, muss man sich über möglicherweise mißtrauische Fragen der Mitarbeiter nicht wunder (bzgl. Missbrauch oder Lügen).

Hat man Babys von Haustieren gefunden (manchmal werden die Mütter kurz vor der Geburt ausgesetzt oder ganze Würfe werden z.B. in der Mülltonne "entsorgt"), kann man eine Pflegestelle für sie suchen oder sie selbst aufziehen.
              

Findet man Wildtiere, handelt es sich entweder um verletzte oder kranke Tiere oder um verwaiste Jungtiere.

Bitte vergewissert Sie sich, dass das gefundene Jungtier WIRKLICH verwaist ist und Hilfe braucht! Oft sind die Mütter in der Nähe und warten nur darauf, dass die Menschen wieder verschwinden. Besonders junge Feldhasen werden immer wieder eingesammelt, obwohl sie keineswegs verlassen waren.
Eine Handaufzucht ist immer ein schwerwiegender Eingriff in die natürliche Entwicklung eines Tieres!
Mehr Infos darüber, wann ein Jungtier Hilfe braucht und wie sie aussehen sollte, finden Sie auf verschiedenen Internetseiten.
              

Wer ein gefundenes Jungtier nicht selbst aufziehen kann oder will, sollte sich an den Tierschutzverein oder Tierarzt wenden. Adressen von Tierschutzvereinen und Tierärzten in eurer Gegend findet ihr natürlich auch über die Telefonauskunft.

Es ist extrem wichtig, dass die Jungtiere sehr schnell in erfahrene Hände kommen, denn aus Unwissenheit wird oft vieles falsch gemacht, was dann später zum Tod des Tieres führt. Außerdem brauchen auch kleine Tiere eine emotionale Bindung an die Ersatzeltern und es schadet ihrer Entwicklung, wenn sie nach ein paar Tagen weiter gereicht werden.

Also bitte sofort eine Pflegestelle suchen und es nicht erst ein paar Tage "mal selber versuchen"!
              

ACHTUNG - wer ein gesundes und nicht hilfsbedürftiges Wildtier einfängt ohne dafür authorisiert zu sein oder eine Genehmigung zu haben, macht sich strafbar (in vielen Fällen sogar der Wilderei!).

Wer ein Problem mit Wildtieren hat, muss sich zwecks Unterstützung an die entspechenden Stellen wenden (ob nun Untere Naturschutzbehörde, NABU, Forstamt etc.), aber nicht zur Selbstjustiz greifen.

Im Übrigen hilft es meist, wenn man seine Gebäude so sichert, dass Wildtiere keinen Zutritt mehr haben.